
Es war einmal eine kleine Glückskeksfee. Sie lebte vor sehr sehr langer Zeit nur leider ganz alleine, denn die restliche Familie war in alle Winde verstreut und nur noch sie lebte an diesem schönen ORT. Die Glückskeksfee wünschte sich nichts sehnlicher, als ein passendes Gegenstück zu ihr zu FINDEN und lieben zu können. Im Laufe der ZEIT hatte sie sich im Wald eine kleine Hütte selber gebaut und arbeitete so den lieben langen Tag vor sich hin. Sie hatte sich schon einige Vorräte in den Jahren zusammen gesammelt. Aber die Gedanken waren selten bei der Arbeit. Sie war jeden NEUEn Tag voller HOFFNUNG, daß sich ihr sehnlichster Wunsch ERFÜLLEN wird. Immer wieder schweiften die Gedanken an die so ersehnte LIEBE. Irgendwann dachte sie bei sich, ich muß etwas ändern und hatte auch schon eine Idee.
Und so stellte sie sich an den Anfang des Waldes und bröselte ein bischen von sich ab und legte eine kleine Spur bis an ihre Hütte. Nun gab es aber viele Tiere im Wald die auch großen HUNGER hatten und sich an dieser Spur bedienten. Gut, dachte sich die Glückskeksfee dann versuche ich es am nächsten Tag wieder. So vergingen die Tage, Wochen und auch Monate und die Glückskeksfee wurde immer dünner und schmaler bis kaum noch etwas übrig blieb. Doch da kam die Zeit an dem sich die Prinzenrolle auf den Weg machte. Geschickt vom König mit dem Auftrag im Wald etwas essbares für sich und auch die anderen zu finden.
Er kam an den Waldesrand und hatte durch den Weg, den er hinter sich hatte, solch einen Hunger, daß er sich direkt über die Krümelchen, die da lagen, hermachte. Als sie ihn durch das Fenster kommen sah, erfüllte sie ein zarter Gedanke, daß jetzt doch aus einem dir und mir ein WIR wird. Als er an der Hütte ankam, fand er nur noch einen Hauch der kleinen Glückskeksfee. Sie war so voller FREUDE, als sie die Prinzenrolle sah, daß sie, als sie sich in die Arme fielen, auch schon ZERSCHMOLZ. Aber dieser Augenblick war der wohl schönste in ihrem LEBEN.

Es war einmal ein Mädchen das hatte Angst. Angst gesehen zu werden. So verliess sie einfach nicht mehr das Haus und hielt sich nur noch in diesem Haus auf. Sie ging am Anfang noch einkaufen aber auch das wurde mit der Zeit eingestellt. So groß war die Angst. Alle Dinge wurden bestellt und frei Haus geliefert. Das war eine tolle Sache - nur das Mädchen wurde immer blasser und immer stiller und immer ängstlicher. Die letzte Zeit wurden die bestellen Dinge auch nur noch vor der Haustür abgestellt. Und wenn keiner hinsah, ging die Tür schnell auf und die Pakete - rumpeldibumpel - wurden schnell in den Flur reingezogen.
Nach ein paar Tagen, Wochen und Monaten geschah es plötzlich. Ein kleiner Stern fiel vom Himmel - potzblitz - und schlug auf dem Fensterbrett ein. Ein letztes Glimmen war noch zu erkennen durch das Fenster. Das Mädchen schaute und schaute. Traute sich aber nicht, das Fenster zu öffnen. Der Stern zuckte nur noch ganz zart und setzte sein letztes Glimmes ein um gesehen zu werden. Das Mädchen schwankte und wusste nicht so recht. Was, wenn sie das Fenster aufmachte und sie einer sah? Was könnte denn da alles passieren? Doch plötzlich regte sich ihr Herz. Sie sah den kleinen Stern an und entschied sich es zu wagen. So öffnete sie ganz langsam und vorsichtig das Fenster. Steckte die Nase raus und bemerkte zuerst, daß es wohl Frühling sein mußte. Wie lange war es wohl her, daß sie nicht mehr nach draussen geschaut hatte. Ein laues Windchen wehte um ihre Nase und sie roch den Flieder, der direkt seine Blüten unter ihrem Fenster geöffnet hatte. Ein Stückchen weiter hörte sie den Bach fröhlich gurgeln. Dann streckte sie ihre kleinen Finger aus und holte ganz vorsichtig den kleinen Stern zu sich rein ...
Der kleine Stern zuckte noch ein wenig und wurde dann ganz blass in ihrer Hand. Das Mädchen überlegte. Was sollte sie tun? Sie kannte sich ja gar nicht mit Sternen aus. Und überhaupt, wie kam es, daß er direkt auf ihrem Fensterbrett gelandet ist. Sie war auch durch die letzte Zeit gar nicht mehr gewohnt zu reden oder sich mitzuteilen. Sie schaute den Stern an und war sehr ratlos. Da kam ein Lüftchen rein vom Fenster und ließ ihre langen Haare im Wind wehen. Es war ihr, als würde sie gestreichelt vom Wind. Schnell drückte sie den kleinen Stern an ihr Herz, aus Angst, daß er ihr weggeweht wird. Der kleine Stern spürte das *bum*bum*bum* - *bum*bum*bum* der Rhythmus ihres Herzens war für ihn wie eine kleine Melodie *mein*kleiner*Stern* - *ich*liebe*Dich*. Immer und immer wieder hörte er die Melodie des Mädchens.
Und da flammte der kleine Stern wieder auf. Erst nur ein wenig. Das Mädchen hielt ihn vor die Augen und schaute ihn glücklich an. Wie kam es, daß er auf einmal anfing wieder zu leuchten? Als sie bemerkte, daß er wieder an Farbe verlor drückte sie ihn ganz schnell wieder an ihr Herz. Da sah sie, daß er immer ein wenig mehr leuchtete. Sie legte sich mit ihm zusammen ins Bett und ließ ihn die ganze Nacht auf ihrem Herzen liegen. Immer wieder wachte sie auf und schaute nach ihrem Stern. Wie glücklich sie war, daß sie nicht mehr alleine war und wie glücklich, daß sie dem Stern helfen konnte obwohl sie sich gar nicht mit Sternen auskannte. Es wurde morgen und das Mädchen erwachte. Sie hatte einen schönen Traum gehabt und war völlig entspannt.
Plötzlich schaute sie sich um. Wo war der kleine Stern nur? Oder hatte sie das alles nur geträumt? Sie suchte das ganze Bett ab und konnte nichts finden. Kein Stern. Das Mädchen wußte gar nicht, was es machen sollte. Gesucht hatte sie in jeder Ecke und jedem Winkel - nichts. Völlig verzweifelt machte Sie sich auf. Rasch zog sie sich an, schlüpfte in ihre Turnschuhe und nahm eine Jacke vom Haken mit. Aufgeregt hopste Sie die Stufen von ihrer Wohnung bis nach unten und steckte dabei die Hausschlüssel in ihre Hosentasche. Im ersten Stock kam ein älterer Nachbar gerade raus, der zu den Mülltonnen unterwegs war: "Guten Morgen junges Fräulein - wohin so eilig?" Das Mädchen murmelte ein "guten Morgen ich suche etwas" und schon war sie aus der Haustür raus.
Unten auf dem Fußweg stieß sie mit einem jungen Mann zusammen. Es war ihr Nachbar. Sie schaute ihn an und rannte völlig aufgelöst weiter. Der junge Mann schüttelte den Kopf und ging weiter. Sie rannte, bis sie Seitenstechen bekam und anhalten mußte. Ihr war, als würde sie irgend etwas verfolgen und sie schaute sich um. Nichts. Doch Ihr Gefühl ließ sich nicht beirren.
Sie schaute sich weiter um und da - plötzlich sah sie den Stern. Er leuchtete zu ihr hin. Wie gebannt schaute sie auf den Strahl des Sterns. Wie hatte sie ihn vermisst. Ihr Stern. Ganz kurz flog er an ihr Herz um es noch einmal zu hören: *mein*kleiner*Stern*ich*liebe*dich*. Doch dann erhob sich der Stern und flog vor ihr her. Das Mädchen ging ihm nach. Nun hatte sie es nicht mehr eilig. Wie seltsam, daß die Menschen um sie herum sie nicht sahen. Sie nicht und den Stern auch nicht.
Aber sie - sie sah die Menschen und blieb stehen. Eine Frau ging mit einem Kinderwagen an ihr vorbei. Ein älterer Mann überquerte mit einem Stock in der Hand die Straße, ein Auto fuhr hupend um die Ecke und ein kleiner Junge lutsche an einem Eis. Auch der Fluß gurgelte noch immer sein fröhliches Lied. Sie bemerkte auf einmal wie warm es war. Der kleine Stern schaute sie liebevoll an und sagte: "Und das - das alles wolltest Du nicht mehr sehen? Warum?" Das Mädchen erschauerte. Wie war das nur alles so gekommen, daß sie so eingesperrt war. Das alles so eng war in ihr. Hier draußen, hier ist Freiheit, ist Luft, sind liebe Menschen und mehr. Das ganze Leben. Was hatte sie in ihrer Wohnung? Leben? Freude? Liebe? Das Mädchen legte den Kopf schief und schaute den Stern lange an und dachte nach. Der Stern sagte zu ihr: "Damit Du Dich immer an mich erinnerst sage ich Dir meinen Namen. Ich heisse Benjy. Du hast mich gerettet - nun tue ich das selbe für Dich. Folge mir."
Und das Mädchen lief hinter dem Stern her. Da sie immer öfter nach oben schauen mußte achtete sie nicht auf den Weg und plötzlich stolperte sie erneut über ihren Nachbarn. Er schaute sie an und sagte: "Nanu, erst sehen wir uns eine halbe Ewigkeit nicht und dann gleich zwei Mal an einem Tag?" Das Mädchen stotterte: "Entschuldigung, ich war in Eile. Ich mußte etwas suchen". Der junge Mann fragte: "Was hast Du denn gesucht?" und das Mädchen antwortete: "Das Leben. Das habe ich gesucht und endlich gefunden." Als sie dies sagte, erkannte sie die Wahrheit über ihr Leben und der Sinn, der sich dahinter verbarg. Der Stern aber - der leuchtete weiter für sie am Abendhimmel und erinnerte sie daran, daß das Leben schön und voller Freude und Liebe ist.


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